28. Februar 2008

1 + 1 = ?

One Plus One DVD Cover

Aus aktuellem 1968er-Nostalgie-Anlass (40 Jahre her, Alter!) berichtet der Rolling Stone Deutschland in der März-Ausgabe (Nr. 03, 2008, S. 9 ff) u.a. über Jean-Luc Godards in eben diesem Jahr erschienenen experimentellen Film One Plus One a.k.a. Sympathy for the Devil. Versetzt mit Studioaufnahmen der Rolling Stones beim Einspielen ihres Stücks Sympathy for the Devil (Zufall?), konfrontiert der Regisseur den wahlweise schockierten oder begeisterten oder beide Zustände gleichzeitig erlebenden Zuschauer mit scheinbar zusammenhanglosen Bildsequenzen. So liest sich der Artikel im genannten Magazin zumindest: “Schwarze Panther exekutieren weiße Jungfrauen, Mao-hörige Hippies lauschen einer Lesung von ‘Mein Kampf’, die blutige Leiche einer Guerillakriegerin wird begafft, während Godard selbst aufgeregt rote und schwarze Flaggen schwenkt. Polit-Slapstick.”, schreibt Wolfgang Doebeling dort. Klingt meiner Meinung nach doch sehr interessant!

Bei einem großen Internetversandhändler gibt es die DVD sogar zu kaufen, wenn auch nicht direkt aus dem Lager des Hauses, sondern über Drittanbieter. Als nicht so extremer Stones-Fan bin ich mir allerdings nicht sicher, ob sich die Anschaffung für mich lohnt; sehen würde ich den Film trotzdem gerne mal. But how?!

14. Februar 2008

“Abel Raises Cain”

So heißt ein im Jahr 2005 erschienener Dokumentarfilm über das Leben von Alan Abel, einen mir bisher unbekannten aber anscheinend doch berühmten US-amerikanischen Medienkünstler und Comedian, der seit den 1950ern immer wieder für Schlagzeilen in seinem Heimatland sorgte. Mit seinen Aktionen zeigte er (und zeigt vielleicht auch weiterhin) vor allem, wie leicht sich Konsumenten, aber auch die Medien durch selbsternannte Experten, aufgesetzte Gruppierungen, vorgebliche Insider und Fachmänner oder sonstige Meinungsbildner beeinflussen lassen, ohne sie kritisch zu hinterfragen.

Besondere Aufmerksamkeit bekam Abel unter anderem für seine 1959 ins Leben gerufene, satirische Society for Indecency to Naked Animals, die sich dafür einsetzte, “nackte Tiere” (sowohl Haustiere, als auch in der Wildnis lebende Tiere) aus der Öffentlichkeit zu verbannen und ihnen eine Kleidungspflicht aufzuerlegen, denn, so einer der Slogans, “a nude horse is a rude horse.” Selbst nachdem bekannt wurde, dass die ganze Bewegung aufgesetzt war, bekannten sich noch immer Sympathisanten zu den offensichtlich nicht ernst gemeinten Idealen und versuchten, gegen Hundebesitzer vorzugehen, die ihre unbekleideten Hunde ausführten.

From Here To Awesome Logo

Die Dokumentation, für die sich niemand anderes als Alan Abels Tochter Jenny Abel verantwortlich zeichnet, steht nun zur Auswahl für das Filmfestival From Here To Awesome. Dieses Festival erprobt neue Möglichkeiten zur Entdeckung, Promotion und Verbreitung von Independant-Filmen: Jeder Filmemacher kann seine Produktion ohne Gebühren im Internet anmelden; das (Internet-) Publikum entscheidet anschließend mit Hilfe der bekannten Web-2.0-Plattformen YouTube und MySpace, welche Filme in das Festivalprogramm aufgenommen und so einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Diese enge Verzahnung von Publikum und Produzent über freie, im Internet verfügbare Mittel funktioniert nur aufgrund der aktuellen Trends des Social Networking, die offenbar immer mehr den Weg auch in konservativere Medienformen finden.

Vielleicht bringt uns diese Verzahnung, wenn sie sich irgendwann einmal auch im Fernsehen durchgesetzt hat, endlich die Erlösung von enervierenden TV-Formaten, die angeblich ja von niemandem geguckt werden, aber doch enorme Einschaltquoten erreichen (ob dabei die Sendungen tatsächlich angesehen werden, oder nur gemutet nebenbei laufen, während der “Zuschauer” gerade Kant liest, lässt sich natürlich nicht feststellen). Vielleicht bringt es uns aber auch gerade mehr von dem Scheiß. Vielleicht steckt aber auch Abel selbst hinter dem Ganzen, mit einem höheren Masterplan im Kopf, und lacht sich ins Fäustchen.

8. Februar 2008

ARTE Trash III

Nachschub! Und es wird noch verrückter…

Freitag, 22. Februar 2008 um 00.05 Uhr: Crocodile (Aga-o):

Crocodile

Der sozial isolierte Crocodile lebt in Seoul unter einer Brücke und betreibt ein morbides Geschäft: Er nimmt Selbstmördern vor dem letzten Sprung Geld und Wertsachen ab. Eines Tages jedoch rettet er einem Mädchen das Leben — um sie danach zu vergewaltigen…

Freitag, 29. Februar 2008 um 00.35 Uhr: Menu Total

Menu Total

Zwischen Albtraum und Komik: Eine karnevaleske Eltern-Polonaise treibt ausgelassen ihr Unwesen auf einer Picknickwiese in Mülheim an der Ruhr. Während sie die alten Naziuniformen wieder rausgekramt haben und ihrem Ringelreigen frönen, gehen anderswo mysteriöse Dinge vor sich…

Die Texte und Bilder sind btw einfach von ARTE gestohlen.

UPDATE: Ein Leser sprach mich darauf an, ob ich nicht Angst hätte, wegen der Zusammenfassungen und Bilder von den jeweiligen Rechteinhabern der Filme oder von ARTE selbst abgemahnt zu werden. Nun, der nachgeschobene, bewusst überspitzt formulierte Satz (“Die Texte [...] sind [...] gestohlen.”) soll gerade auf die verbraucherfeindliche Urheberrechtslage in Deutschland und die sehr fragwürdige Abmahnpolitik einzelner deutscher Rechtsanwälte hinweisen. In den letzten Jahren hat sich vermehrt die Tendenz gezeigt, dass dem Schutz des “geistigen Eigentums” ein höherer Stellenwert zugeordnet wird, als der nach meinem Erachten in einer modernen Gesellschaft essentiellen Informationsfreiheit, und sich so oben genannte Anwälte selbst finanzielle Vorteile verschaffen können. Das einfache Weitergeben von öffentlich zugänglichen Informationen wird kriminalisiert und wegen der dadurch aufkommenden Zweifel innerhalb der Bevölkerung auf längere Sicht auf ein Minimum reduziert, bis es am Ende gar keinen Informationsfluss mehr gibt. Gleichzeitig fungiert der Satz aber auch als Quellenangabe — alle von mir verwendeten Fremdinformationen sind auf der verlinkten Seite zu finden — und negiert sich damit selbst.

1. Februar 2008

ARTE Trash II

ARTE Trash (Die neun Leben des Tomas Katz)

Ha! Diesmal hab’ ich’s nicht verpasst, seit Anfang 2008 laufen wieder Filme in der Trash-Reihe auf ARTE. Nach The Baby’s Room, Doomwatch und Gozu im Januar folgen nun im Februar Die neun Leben des Tomas Katz (01.02., 23.20 Uhr), Egomania (08.02., 23.20 Uhr) und Bubbles Galore (15.02., 00.25 Uhr). Das Problem: Die Filme werden freitags nachts ausgestrahlt. Dann kann ich mich wohl weiterhin nur an der Vorstellung der potentiellen Lustigkeit der angepriesenen Produkte ergötzen. Hm, der Text reicht noch nicht aus, um die komplette Höhe des Bildes auszufüllen, das sieht komisch aus. Ist es jetzt besser? Ah, ja, wunderbar, zumindest in meinem Iceweasel.

15. Januar 2008

Filmrezension: Easy Rider

Easy Rider Guter Film. (1 von 1 Punkt)

Archiv · Impressum · RSS
Copyright (c) Erik Scharwächter

Media ·