17. Dezember 2009

Wahrscheinlichkeitsdada

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… sprach der Computer, nachdem der Programmierer ihm sagte, er soll sich aus dem Nichts heraus nach Lust und Laune Wörter ausdenken, irgendwelche, auf das Kunst dabei entstehe. Wie unästhetisch — so viele Konsonanten in ungewöhnlichen Kombinationen. tbnbxvr? Was ist denn das? Erzürnt warf der Programmierer seiner Maschine die englische Version von Jules Vernes Roman 20.000 Meilen unter dem Meer zum Lesen vor und ermahnte ihn, diesen Text als Grundlage für seine Wortneuschöpfungen zu nehmen, er sehe daran ja, wie oft im Mittel ein Buchstabe vorkommt und vermeide daher die ein oder andere Seltsamkeit. Der Rechner rechnete, und heraus kam etwas Neues.

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Hugo Ball: Karawane Das sieht doch schon besser aus, dachte sich der Programmierer, doch zufrieden war er noch nicht. “Berücksichtige bitte weiter,” sprach er, “dass nicht jeder Buchstabe mit der gleichen Wahrscheinlichkeit am Anfang eines Wortes steht und ein Buchstabe die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer auf ihn folgt, beeinflusst (du weißt schon, bedingte Wahrscheinlichkeiten und so).” Der Computer erschrak, musste er doch jetzt nicht nur 26 Wahrscheinlichkeiten, sondern ganze 702 berücksichtigen. So eine Mühe für nichts. Aber er kannte Hugo Ball, der einst sagte: Was wir Dada nennen, ist ein Narrenspiel aus dem Nichts, in das alle höheren Fragen verwickelt sind. (Zumindest laut dem Wikipedia-Artikel zu Dada.) Davon beflügelt, zögerte er nicht länger.

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Daraufhin wurde der Programmierer größenwahnsinnig. “Die Perfektion naht! Betrachte die 18.278 Einzel-Wahrscheinlichkeiten, die sich ergeben, wenn du nicht nur die bisherigen Regeln anwendst, sondern zusätzlich berücksichtigst, wie oft ein Buchstabe auf ein Paar von zweien folgt! Denn auf QU folgt doch mit größerer Wahrscheinlichkeit ein E oder ein A, als ein Z…”

segmentation fault.

7. Dezember 2009

Aemaet — Wahrheit

Der Golem, wie er in die Welt kam Paul Wegeners Der Golem, wie er in die Welt kam, 1920.

Der Golem, jüdische Sagengestalt, erschaffen um einem Zweck zu dienen, zum Leben erweckt durch das Wort “Wahrheit”, von den Menschen gefürchtet, unverstanden, gedemütigt. Eine Blume heitert ihn auf, ein Kind bringt ihm Frieden. Alle gesellschaftlichen Widrigkeiten, von antisemitischer kaiserlicher Willkür bis zu unstandesgemäßen Liebeleien à la Fontane, sollen von ihm aus der Welt geschaffen werden. Dabei ist seine eigene Geschichte, seine Rolle als Mittel in dieser fremden Welt der Weltmenschen und ihrer Zwecke, doch nicht weniger tragisch. Aber wer interessiert sich für einen dummen, hilflosen Lehmklumpen?

Pic related.

Dijkstra...?

13. November 2009

David Lynch: Dark Splendor

David Lynch Vom 22.11.2009 bis zum 21.03.2010 zeigt das Max Ernst Museum Brühl in einer Austellung Gemälde, Fotografien, frühe Kurzfilme und allerlei andere Werke von David Lynch, dem Regisseur von Eraserhead, Inland Empire, Mulholland Drive, Lost Highway, Blue Velvet und anderen Filmen, die ich leider noch nicht alle gesehen habe, die aber vermutlich ähnlich gut und hoffentlich ebenso verstörend sind, wie die zu Beginn der mittlerweile ziemlich entarteten nachgestellten Apposition (ja, das hab’ ich nachgeschlagen), in der ich mich gerade befinde, von mir genannten. Das Interessante: die “dunkle Pracht” aus dem Titel der Ausstellung ist offenbar so dunkel, dass sich der folgende, doch ein wenig Vorfreude erweckende Absatz in die Ankündigung auf der Website des Museums geschlichen hat:

Bitte beachten Sie, dass einige der in der Ausstellung gezeigten Kunstwerke Ihre Wert- oder Moralvorstellungen verletzen können. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die deshalb nur in Begleitung Erwachsener auf deren Verantwortung die Ausstellung besichtigen sollten.

23. Oktober 2009

Who are you?

Angel's Egg Angel's Egg Angel's Egg Angel's Egg

Tenshi No Tamago — Angel’s Egg (Mamoru Oshii, 1985)
“Keep precious things inside you… or you will lose them.”

Ein surrealistischer Anime.

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